Workshops Samstag, 6.7.2019 | 14.00 – 15.30 Uhr

Referenten: Otto F. Kernberg, New York (USA); Peter Buchheim, München
Dauer: 90 min

This workshop will be conducted by Drs. Peter Buchheim and Otto Kernberg. It will start with a brief outline of the present developments of Transference Focused Psychotherapy, and then highlight new technical approaches involving 1) the establishment and consolidation of the patient’s responsibilities in conducting his personal tasks and aspirations, 2) the diagnosis and resolution of significant denial of reality risks and opportunities, 3) the technical management of threats to the treatment structure, secondary gain and exploitation of treatment, and 4) the particular interpretive requirements derived from narcissistic transferences. The analysis of transference and countertransference regression in the treatment of severe personality disorders will be a central focus of this workshop.

Workshops Samstag, 6.7.2019 | 16.00 – 17.30 Uhr

Referentin: Miriam V. Spiegel, Zürich (CH)
Dauer: 90 min

Die Überlebenden der Shoah haben nach der Befreiung 1945 ihren Kindern viele Effekte und Erlebnissen aus der Verfolgungszeit relativ ungefiltert weitergegeben.  Bei einem anderen Genozid im früheren 20. Jahrhundert bei den armenischen Überlebenden ist es auch so gewesen. Ein Unterschied zwischen diesen beiden Ereignissen – die verheerende Auswirkungen auf einzelne Menschen, Familien und ganzen Bevölkerungsgruppen hatten – ist die Tatsache, dass im ersten Fall das offizielle Deutschland als das Täterkollektive sich nach 1945 als schuldig und reuig bekannt hat. Für die Zweite und Dritte Generation ist die seelische Auseinandersetzung mit dem Leiden sowohl der Eltern wie auch andere betroffenen jüdischen Menschen ein aktiver Prozess, in dem Trauer und Wut wichtige Bestandteile sind. Seit über hundert Jahren kämpfen Generationen von Armenier und Armenierinnen nach Anerkennung der Ermordung ihrer Angehörigen, der Zerstörung ihrer Gemeinschaften und der dabei erlittenen grossen menschlichen Verluste. Dieser Kampf um Anerkennung des Erlittenen verhindert bei den nachfolgenden Generationen die notwendige Trauerarbeit als Teil des Heilungsprozesses.

Workshops Samstag, 6.7.2019 | 14.00 – 17.30 Uhr

Pause von 15.30 – 16.00 Uhr

Referentin: Dorothee Bernheim, Ulm
Dauer: 180 min

Der Begriff des „Polaren“ lässt sich in der DBT innerhalb der dialektischen Beziehungsgestaltung und der entsprechenden Ausgestaltung therapeutischer Methoden verorten – das „Radikale“ findet sich in Begriffen wie  der „Radikalen Akzeptanz“ aber auch in einem besonderen Umgang mit intrapsychischen Prozessen von Patient*innen wie Therapeut*innen. Anhand von Fallbeispielen von Borderlinepatient*innen im jungen Erwachsenenalter, deren therapeutischer Prozess durchaus als „polarisierend“ und „radikal“ erlebt werden kann, werden anschaulich Antworten und offene Fragen der DBT erörtert und gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmer*innen diskutiert.

Referent: Eckhard Roediger, Frankfurt a. M.
Dauer: 180 min

Die Schematherapie stellt eine Erweiterung der kognitiven VT zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen dar. Im Seminar wird praxisnah in das konsistente Modell, die strukturierte Klärungsarbeit mittels Fragebögen und Fallkonzeption, die Schemaaktivierung durch Imaginationen und die Modifikation mittels Dialogen auf mehreren Stühlen sowie in die spezifische Beziehungsgestaltung (sog. „begrenzte Nachbeelterung“) eingeführt.

Referent: Matthias Lohmer, München
Dauer: 180 min

Radikalität in Ansichten und Verhalten, Polarisierung in Freund-Fein-Schemata und Spaltung zwischen positiven und negativen Erlebnisweisen sind basale Darstellungsformen schwerer Persönlichkeitsstörungen. Diese Darstellungsformen erschweren Psychotherapeuten gleichzeitig die Arbeit mit diesen Patienten. Ziel der Therapie aus einer psychodynamischen Sicht ist die Fähigkeit zu Mentalisierung, Ambivalenzspannung und Integration widersprüchlicher Selbst- und Objektaspekte.

Im speziellen therapeutischen Vorgehen der TFP (Transference Focused Psychotherapy) spielen Klärung und Konfrontation der primitiven Abwehr und ein beherztes und rasches Durcharbeiten der Äusserungsformen der negativen Übertragung eine zentrale und hilfreiche Rolle. Im Workshop wird diese Thematik anhand von Videobeispielen, kurzen praxisrelevanten Teachings, Fallarbeit und Rollenspielen plastisch und umsetzbar dargestellt.

Referentin: Gaby Resmark, Tübingen
Dauer: 180 min

Essstörungen haben schwerwiegende und oftmals langfristige Auswirkungen auf die seelische und körperliche Gesundheit. Ihre Behandlung stellt Klinikteams sowie niedergelassene Ärzte und Therapeuten vor große Herausforderungen. In diesem Workshop werden evidenzbasierte verhaltenstherapeutische Ansätze bei Essstörungen (u.a. CBT-E im Rahmen der ANTOP-Studie) vorgestellt. Exemplarische Interventionen und schwierige Situationen in der Therapie werden anhand von Fallbeispielen erprobt.

Referent: Johannes Ehrenthal, Heidelberg
Dauer: 180 min

Referenten: Joram Ronel, Barmelweid (CH)
Dauer: 180 min

Die von Somatikern wie von Psychotherapeuten oftmals ungeliebten Patienten mit funktionellen und somatoformen Syndromen erleben häufig Unverständnis und Ablehnung in medizinischen und therapeutischen Kontexten. Die Versorgung solcher Patienten ist vielfach unbefriedigend und mangelhaft. Aus psychodynamischer Perspektive wiederholen sich so entwicklungspsychologisch frühe traumatische Erfahrungen der Vernachlässigung oder Traumatisierung. Im Workshop wird es zunächst um unterschiedliche Konzepte und Modelle gehen, insbesondere mit Blick auf anthropologische Zusammenhänge. Schwerpunkt sind dann das Management der pathognomonisch reinszenierenden Beziehungsenttäuschungen und oft malignen Übertragungs-Projektionen. Ziel wäre diese zu erkennen und ggf. reparativ zu gestalten. Es soll eine strukturpsychopathologisch orientierte Grundhaltung erarbeitet und psychodynamische Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Eigene Fallbeispiele sind willkommen.

Referentin: Maggie Schauer, Konstanz
Dauer: 180 min

Die Narrative Expositionstherapie (NET) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist ein effizientes Kernelement der psychotherapeutischen Behandlung von Personen, die unter den Folgen von Mehrfachtraumatisierung leiden.  Sie ermöglicht die Heilung von Traumafolgebeschwerden durch eine effiziente Behandlung der Gedächtnisstörung, durch Bedeutungszuschreibung und Integration der Lebenserfahrungen in den biographischen Zusammenhang. NET aktiviert die Ressourcen der Person und erlaubt korrigierende Beziehungserfahrungen im wertschätzenden und empathischen Kontakt. Es kommt auf diesem Wege zur Würdigung der Person und der Geschichte der Überlebenden. Der NET-Ansatz unterstützt Menschen- und Kinderrechtsarbeit. Im Workshop wird eine Einführung in die Theorie und praktischen Grundlagen der Narrativen Expositionstherapie (NET) gegeben und erlebbar gemacht. Die Fortbildung beinhaltet auch Selbsterfahrungsanteile.

Referenten: Stephan Doering, Wien (AT); Susanne Hörz-Sagstetter, Berlin
Dauer: 180 min

Die Strukturdiagnostik wurzelt in der psychoanalytischen Theorie und entwickelt sich derzeit zu einem etablierten psychiatrischen Instrument in der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen. Das 2013 erschiene DSM-5 beinhaltet die „Levels of Personality Functioning Scale“ (LPFS) obligatorisch für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Auch die ICD-11 wird ein ähnlich geartetes Schweregradmaß enthalten. Die zwei Dimensionen mit jeweils zwei Subdimensionen der LPFS: Self mit Identity und Self-direction sowie Interpersonal mit Empathy und Intimacy sind weitgehend unverändert den Konzeptionalisierungen von Otto F. Kernberg entnommen, wie sie zum Beispiel im „Strukturierten Interview zur Persönlichkeitsorganisation“ (STIPO) operationalisiert wurden. Weitere Dimensionen dieses Instruments sind Abwehr, Coping, Aggression, Wertvorstellungen und Realitätskontrolle. Ähnlich sind die Strukturachse der „Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik“ (OPD-2) oder die „Skalen Psychischer Kompetenzen“ (SPK) aufgebaut. Neuerdings werden auch Fragebögen zur Strukturdiagnostik verwendet, so zum Beispiel der „OPD-Strukturfragebogen“ (OPD-SF), das „Inventar zur Persönlichkeitsorganisation“ (IPO) oder das „Borderline-Inventar“ (BPI).

In diesem Workshop werden die theoretischen Strukturkonzepte erläutert, die einzelnen Instrumente vorgestellt und Anwendungen in Praxis und Klinik diskutiert.

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