Workshops Sonntag, 7.7.2019 | 11.00 – 12.30 Uhr

Referent: Thomas Zetzsche, Oetwil am See (CH)
Dauer: 90 min

In dem Workshop werden folgende Fragestellungen behandelt: In welchen Lebensabschnitten entwickeln sich Persönlichkeitsmerkmale und wie beständig sind diese? Gibt es für Menschen mit schweren Persönlichkeitsstörungen eine Chance auf eine signifikante Besserung der Symptomatik? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Persönlichkeitseigenschaften und Lebensqualität? Beeinflussen sich physiologische und pathologische Alterungsprozesse und Persönlichkeitsmerkmale wechselseitig? Im Workshop wird die aktuelle Studienlage zu diesen Themen vorgestellt und diskutiert.

Workshops Sonntag, 7.7.2019 | 11.00 – 15.00 Uhr

Pause von 12.30 – 13.30 Uhr

Referentin: Melanie Büttner, München
Dauer: 180 min

Menschen, die in der Vergangenheit ein Trauma erlitten haben, erleben ihre Sexualität oft als problematisch – vor allem dann, wenn sexuelle Gewalt eine Rolle spielte. Aversive Gefühle, Wiedererleben, Dissoziation und vielfältige Körperbeschwerden lassen intime Begegnungen zu schwer erträglichen Erfahrungen werden, die auf selbstschädigende Weise erduldet oder ganz vermieden werden. Auf der anderen Seite kann es zu sexuellem Risiko- und Suchtverhalten kommen. In diesem Workshop wird ein integratives psycho-, sexual- und körpertherapeutisches Behandlungskonzept vorgestellt, das es Betroffenen von sexueller Gewalt ermöglicht, sich ihrer Sexualität auf eine positive Weise anzunähern, seelische und körperliche Traumafolgen zu reduzieren und sexuelle Selbstfürsorge und Selbstbestimmtheit zu entwickeln.

Referent: John F. Clarkin, New York (USA)
Dauer: 180 min

There has been an explosion of interest in the assessment, diagnosis and functioning of individuals with personality disorder since the introduction of Axis II (Personality Disorders) in DSM-III in 1980. Since that time, serious flaws in the categorical approach to personality pathology have appeared. Conceptualization of personality pathology has shifted from categories of illness to dimensions of severity, and from diagnostic criteria to focus on deficits in self functioning and interpersonal functioning. In this workshop the participants will examine the relevance of emerging concepts of personality pathology to clinical practice and research including the following: trait research, laboratory exploration of social cognition, and ecological momentary assessment. New instruments, both self-report questionnaires and semi-structured interviews, will be discussed that have been developed to capture the emerging conceptions of personality pathology

Referentin: Anna Buchheim, Innsbruck (AT)
Dauer: 180 min

Im Workshop  werden  die Bindungstheorie und -diagnostik und ihre klinische Anwendung anhand von drei evidenzbasierten Verfahren zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörungen vorgestellt. Bei der Schematherapie wird das Bindungssystem der Patienten z. B. während der Imaginationsübungen aktiviert und der Therapeut wird zur vorübergehenden Bindungsperson. Ziel der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) ist die erhöhte Explorationsfähigkeit in Form der Mentalisierung und eine Reduktion der Bindungsaktivierung beim Patienten. Dagegen ist es eines der Ziele und Wirkfaktoren der Übertragungsfokussierten Therapie (TFP), nicht nur eine Aktivierung von Übertragungsreaktionen der dominanten Objektbeziehungen, sondern auch durch Bindungsaktivierung eine erhöhte Explorations- und Integrationsfähigkeit in der therapeutischen Beziehung im Hier und Jetzt zu erreichen. Als Ausblick wird im Workshop zudem auf den Einsatz der Bindungsdiagnostik für die Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) eingegangen.

Referent: Frank Padberg, München
Dauer: 180 min

In biographischen Prägungen verankerte Muster in der Beziehungsgestaltung spielen als aufrechterhaltende Bedingungen bei Menschen mit chronischer Depression eine wichtige Rolle und stellen an Therapeuten besondere Anforderungen. Das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) ist ein störungsspezifisches neues Psychotherapiekonzept mit Schwerpunkt auf dem eigenen Erleben und Verhalten in Beziehungen. CBASP ist mittlerweile das am besten in seiner Wirksamkeit belegte Psychotherapieverfahren bei chronischer Depression. Der Workshop vermittelt folgende Inhalte in Theorie und Praxis: Ätiologie und Diagnostik der chronischen Depression und CBASP, Therapeutische Techniken: Erhebung von Prägung und Übertragungshypothesen, Arbeit mit Situationsanalysen und spezifische Beziehungsgestaltung in der Therapie. Eigene Beispiele können eingebracht werden.

Referent: Birger Dulz, Hamburg
Dauer: 180 min

Referentin: Manuela Gander, Innsbruck (AT)
Dauer: 180 min

Obwohl ein unverarbeitetes Bindungsmuster sowie frühkindliche Traumata eine wesentliche Rolle für die Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen spielen, gehört der jugendpsychiatrische Bereich bislang noch zu den wenig untersuchten Gebieten. In diesem Workshop präsentiere ich die neusten Studienergebnisse zu bindungsspezifischen Charakteristika und Persönlichkeitsstörungen vor allem in Hinblick auf Bindungstraumata bei Jugendlichen. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis stelle ich einen neuen bindungsbasierten Ansatz vor, welcher eine differenzierte Analyse von bindungsbezogenen Traumata erlaubt und somit zur  Aufarbeitung dieser in der Psychotherapie bei Jugendlichen beiträgt. Diese Vorgehensweise könnte vielversprechend für die Behandlung von jungen Patientinnen und Patienten mit Persönlichkeitsstörungen sein, da gerade diese die Psychotherapie häufiger abbrechen.

Referent: Peter Schernhardt, Innsbruck (AT)
Dauer: 180 min

Referent: Andreas Hillert, Prien am Chiemsee
Dauer: 180 min

Arbeit ist mehr als Gelderwerb, viel mehr. Therapeuten wissen das aus eigener, meist freudvoller Erfahrung (Weshalb würde man sonst auf den IKTTP-Kongress fahren?). Nur: Wie geht man mit Patienten um, die über massive Probleme in der Arbeit berichten und hier die Ursache und/oder den aufrechterhaltenden Faktor ihrer Symptomatik sehen? Solidarisieren wir uns mit unserem Patienten gegen die (uns unbekannten, anscheinend “gestörten”) mobbenden Kollegen und den cholerischen Chef, der mutmaßlich die Kriterien einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung erfüllt? Ist Krankschreibung für unsere Patienten der einzig zumutbare Weg, um das Problem ertragen zu können? Oder bilden wir Patienten zu “Hobbytherapeuten” aus, die Diagnosen stellen und mit dem genannten Chef “komplementär” umgehen? Die Arbeitswelt ist im Umbruch. Angesichts exponentieller Beschleunigung liegt Nervosität in der Luft. Muster, die als “Persönlichkeitsstörungen” diagnostizierbar sind, dienen nicht zuletzt auch der Stabilisierung gegenüber (zunehmenden) Unwägbarkeiten des Berufsalltages. Das Seminar versteht sich als Forum, in dem die Auswirkungen aktueller Entwicklungen in der Arbeitswelt skizziert, exemplarische Strategien der berufsbezogenen Psychotherapie vorgestellt und der Stellenwert von Persönlichkeitsstörungen als zusätzlicher Sprengstoff bzw. Rettungsanker diskutiert werden.

Referent: Peter Peiler, Zug (CH)
Dauer: 180 min

Moderne, emotionsfokussierte Psychotherapiekonzepte wie die DBT, Schematherapie, ACT und IRRT haben schulenübergreifend zunehmend an Relevanz und Akzeptanz bei Behandlern und Patienten gewonnen. Ihre Gemeinsamkeit liegt in der Fokussierung auf wesentliche Aspekte von Achtsamkeit, Akzeptanz vs. Veränderung anhand von werteorientierten Zielen sowie Mentalisierung nach Innen. Im Sinne einer modularen und pragmatischen stationären Psychotherapie wird ein integratives stationäres Therapiekonzept vorgestellt sowie anhand von Fallvignetten gezeigt, wie sich die unterschiedlichen Behandlungskonzepte in der Therapie komplexer Traumafolgestörungen integrieren lassen.

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